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CEval organisiert mit BIBB Berufsbildungskonferenz

Zusammen mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat das CEval im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft Berufsbildungsforschungsnetz (AG BFN) eine Tagung zum Thema "Evaluation und Wirkungsforschung in der Berufsbildung" ausgerichtet. Ein Thema, das in dem interdisziplinär aufgestellten Forschungsfeld seit jeher einen hohen Stellenwert einnimmt. Dementsprechend groß war auch das Interesse an der Tagung, die vom 29. bis 30. November 2018 im Wissenschaftszentrum Bonn stattfand. Das CEval war nicht nur an der Konzeption der Tagung beteiligt, sondern brachte sich auch mit einer Reihe von Vorträgen ein.

Professor Dr. Reinhard Stockmann stellte in seiner Keynote die von ihm entwickelte „Systematic Evaluation Analysis (SEA)" als Instrument der Wirkungsevaluation vor. Bei diesem Ansatz werden Elemente der Metaevaluation, der Metaanalyse und des Systematic Reviews miteinander kombiniert. Ziel war es, die Erfolgsfaktoren zu identifizieren, die für die Effektivität, Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von Berufsbildungsprojekten verantwortlich sind. Hierfür wurden über 80 Projekte und Programme der Berufsbildungszusammenarbeit ausgewertet, die vom CEval in den Jahren 1992  bis 2017 evaluiert worden waren. Während in den einzelnen Evaluationen vor allem Wert auf die interne Validität der Ergebnisse gelegt wurde, strebt die Systematic Evaluation Analysis (SEA) vor allem eine hohe externe Validität an. Inhaltliche Ergebnisse werden nach ausgewählten Kriterien synthetisiert, strukturiert, klassifiziert und subsumiert, um kumulierte Befunde zu generieren, die Generalisierungen zulassen. Auf diese Weise wurden die in einzelnen Projekt- und Programmevaluationen ermittelten Erfolgsgrößen auf vier Kerngrößen verdichtet, die sich drei Clustern zuweisen lassen (vgl. Abbildung 1):

  1. Systembezogene Erfolgsfaktoren: vor allem Systemkompatibilität,
  2. Design- und umsetzungsbezogene Einflussfaktoren: vor allem: flexible Steuerung,
  3. Institutionenbezogene Erfolgsfaktoren: vor allem Personal und Ownership.

Abbildung 1: Modell der Schlüsselgrößen nachhaltiger BBZ

Da diese drei "Erfolgscluster" aus rund 80 Einzelevaluationen von Projekten und Programmen aus den letzten 40 Jahren herausdestilliert wurden, die einem großen konzeptionellen Wandel unterlagen und in den verschiedensten sozio-kulturellen Kontexten und politischen Systemen durchgeführt wurden, darf vermutet werden, dass diese „Erfolgsfaktoren“ eine hohe zeitliche und regionale Stabilität aufweisen.

Weitere Beiträge des CEval waren die Vorträge von Dr. Stefan Silvestrini zu „Ex-ante Evaluation" sowie zur „Meta-Evaluation in der Beruflichen Bildung“. Dr. habil Wolfgang Meyer stellte in seinem Vortrag: „Langzeitwirkung durch Langzeitbetreuung?“ das (Quasi-) experimentelle Design zur Wirkungsbeurteilung in der Berufsbildungsforschung infrage.

Die Tagung schloss mit einem Panel zu der Frage: Wie muss sich die Evaluation und Wirkungsforschung in der Berufsbildung weiter entwickeln?