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Aktuelles

06.10.2017

Nationaler Evaluationsbeirat gefordert

 

© Clemens Hess

Während des 20. Kongresses des deutschsprachigen Evaluationsverbandes DeGEval Ende September wurde ein nationaler Evaluationsbeirat gefordert, wie er in anderen europäischen Ländern bereits existiert. Grund dafür ist die mangelnde Durchführung von Evaluationen in Deutschland. Der Hauptredner Prof. Dr. Reinhard Stockmann von der Universität des Saarlandes nannte Deutschland in Sachen Evaluation ein Entwicklungsland.

Während in anderen Ländern Evaluationen als Grundlage für politische Entscheidungen genutzt werden, gibt es in Deutschland nicht nur einen gesetzlichen Notstand, sondern vor allem auch ein Vollzugsdefizit. Dieses wird vom Bundesrechnungshof immer wieder beklagt und verlangt, dass Ministerien und Behörden Evaluationen durchführen, um die Wirksamkeit sozialer und politischer Programme und Gesetzt zu überprüfen. Leider ohne viel Erfolg!

 

 

Deshalb fordert Stockmann die Einrichtung eines nationalen Evaluationsbeirats, der dem Thema Gewicht verleihen könnte. Gerade in Zeiten, in denen Fakten als Basis für politische Entscheidungen aus der Mode zu kommen scheinen, könnte ein solcher Beirat ein starkes Zeichen setzen. Der Beirat könnte Regierung und Parlament dabei unterstützen, die gesetzlichen Grundlagen für Evaluation zu verbessern und das bestehende Vollzugsdefizit zu überwinden. Zudem könnte ein solcher, aus Wissenschaftlern zusammengesetzter Beirat, die Qualität der durchgeführten Evaluationen in fachlicher wie methodischer Hinsicht beurteilen und Empfehlungen für Verbesserungen aussprechen. Da der Bundesrechnungshof kein Mandat für Evaluationen hat, gäbe es mit diesem auch keine Kompetenzüberschneidungen.

Stockmann stellte fest, dass das Interesse des Parlaments in den letzten drei Regierungsperioden stark zugenommen hat. Dies lässt sich an der zunehmenden Zahl parlamentarischer Anfragen, sowie den Drucksachen und Protokollen des Bundestags erkennen.

 

Deshalb schätzt er die Chancen für die Initiative zur Einrichtung eines solchen Beirats nicht schlecht ein. Der Saarbrücker Professor meint: "Wenn wir die Chance der bevorstehenden Koalitionsverhandlungen jetzt nicht nutzen, dann werden wir weitere vier Jahre verlieren."

 

© Clemens Hess

 

 

 

 

 


06.10.2017

Nachwuchspreis der DeGEval ging an eine Absolventin des Master of Evaluation

 

 

© Clemens Hess

Die beiden Studiengangsleiter Prof. Dr. Reinhard Stockmann und Prof. Dr. Dieter Filsinger gratulieren Kerstin Wilhelm, Absolventin des Masterstudiengangs Evaluation, zum Nachwuchspreis 2017 der DeGEval, den sie für ihre Masterarbeit "Wie nutzen die Ministerien des Saarlandes Evaluation zur Politiksteuerung?" erhalten hat.

Der DeGEval-Nachwuchspreis wird seit 2007 einmal jährlich für eine herausragende Arbeit im Bereich der Evaluation im deutschsprachigen Raum an eine Nachwuchsevaluatorin/einen Nachwuchsevaluator oder eine Gruppe von Nachwuchsevaluatorinnen und Nachwuchsevaluatoren vergeben.

 

 

 

 


28.09.2017

Neuerscheinung: "Die Zukunft der Evaluation - Trends, Herausforderungen, Perspektiven"

 

  Im Waxmann Verlag ist das Buch "Die Zukunft der Evaluation - Trends, Herausforderungen, Perspektiven" erschienen.

Reinhard Stockmann, Wolfgang Meyer (Hrsg.)

Zum Inhalt des Buches:

Drei unterschiedliche Facetten der Institutionalisierung von Evaluation werden hier aufgezeigt und ein Blick auf mögliche zukünftige Entwicklungstrends gewagt.

Zuerst wird die Verankerung von Evaluation in der Gesellschaft betrachtet, wieso Evaluation zu einem Schlüsselkonzept gesellschaftlicher Entwicklung geworden ist und ob dieser Trend sich unvermittelt fortsetzen wird, sind derzeit offene Fragen.

Damit Evaluation die beschriebenen Funktionen, Anforderungen und Erwartungen in der Gesellschaft erfüllen kann, bedarf es eines professionellen Angebots an entsprechenden Dienstleistungen und Produkten. Die Entwicklung der Verankerung von Evaluation in Forschung und Lehre sowie die dort zu erwartenden Trends stehen im Fokus des zweiten Abschnitts.

Eng verbunden damit ist die Frage, ob Evaluation zu einer eigenständigen Profession werden soll oder sich als spezieller Anwendungsbereich in einer Fachdisziplin institutionalisieren sollte. Dies betrifft den Stand der Theorie und Methodenentwicklung in der Evaluation sowie deren Alleinstellungsmerkmale gegenüber den etablierten Sozialwissenschaften.

Verlag: Waxmann, Münster u.a.
Informationen: 260 Seiten, ISISBN 978-3-8309-3708-1, broschiert, 34,90 € | E-Book: ISBN 978-3-8309-8708-6, 30,99 €

 

 


27.09.2017

"Die Wirkung von Gesetzen wird zu selten überprüft"

 Interview mit Prof. Dr. Reinhard Stockmann in der Frankfurter Allgemeine Zeitung erschienen. Den vollständigen Artikel können Sie hier lesen.

 

 


17.07.2017

CEval berät ASEAN Sekretariat in der Entwicklung eines M&E-Rahmenkonzepts

Immer mehr Institutionen erkennen den Nutzen wirkungsorientierte M&E-Systeme zur evidenzbasierten Programmsteuerung und Organisationsentwicklung. Dieser Trend spiegelt sich auch in der zunehmenden Zahl von Anfragen für Beratungen bei der Konzeption solcher Systeme wider. Nach dem erst im Juni 2017 erfolgreich abgeschlossenen Vorhaben zur Implementierung eines organisationsweiten M&E-Systems für Engagement Global, berät das CEval nun im Auftrag der GIZ das ASEAN Sekretariat in der Ausarbeitung eines methodischen und operativen Rahmenkonzepts zum systematischen Wirkungsmonitoring. Neben der konzeptionellen Beratung des Sekretariats umfasst das Vorhaben auch eine Capacity Development Komponente, bei der Mitarbeiter/innen der vier für das M&E verantwortlichen Stabstellen fachlich weitergebildet werden.

 

Das obige Foto zeigt Herrn Dr. Stefan Silvestrini mit den Teilnehmer/innen des kürzlich in der Zentrale des Sekretariats in Jakarte durchgeführten Intensivkurses sowie der GIZ Auftragsverantwortlichen, Frau Heppner. Für den Herbst dieses Jahres sind weitere interaktive Workshops zur operativen Ausgestaltung des M&E-Systems geplant.